Ligastart rückt näher: TG Wangen/Eisenharz vor anspruchsvoller Saison
In zwei Wochen wird es für den Vizemeister des Jahres 2025 ernst. Dann steht der erste Wettkampf auswärts beim TV Bühl auf dem Programm. Wie die Chancen für die TG im Wettkampfjahr 2026
stehen, lässt sich derzeit nur schwer vorhersagen, da gleich drei neue Teams das Teilnehmerfeld aufmischen. Insgesamt kämpfen 2026 acht Mannschaften in der 3. Bundesliga Süd um Punkte.
Lediglich fünf von ihnen waren bereits im Vorjahr in der Liga vertreten: die WTG Heckengäu mit Platz 3 im Jahr 2025, der TV Schwäbisch Gmünd Wetzgau II mit Platz 4, der TV Bühl mit Platz 5 und der USC München mit Platz 6. Gegen Bühl und Heckengäu musste sich die TG in der vergangenen Saison geschlagen geben.
Im Duell mit dem TV Bühl gab damals vor allem der britische Gastturner Sol Scott den Ausschlag. Dieser wurde zur neuen Runde durch einen Landsmann derselben Generation ersetzt: George Samuel Atkins vom South Essex Gymnastics Club. Atkins trainiert gemeinsam mit dem britischen Turnstar Max Whitlock und sicherte sich 2025 sowie 2026 zweimal in Folge den britischen U18 Meistertitel am Boden. Zudem verstärken die Bühler ihren Kader mit drei eigenen Nachwuchsturnern sowie einem Talent aus der Nachwuchsbundesliga des KTV Straubenhardt, einem der professionellsten Turnzentren Deutschlands. Entsprechend stark wird der TV Bühl in dieser Saison eingeschätzt.
Auch die WTG Heckengäu erhält Verstärkung aus Straubenhardt: Yannick Kessler, der dort zuletzt in der ersten Bundesliga an den Ringen im Einsatz war, schließt sich dem Team an. Damit dürfte die Mannschaft, die erneut ganz ohne ausländische Gastturner antritt, noch stärker einzuschätzen sein als im Vorjahr.
Der USC München und Schwäbisch Gmünd Wetzgau II dürfen keineswegs unterschätzt werden, gelten auf dem Papier jedoch als schlagbar, zumal die Münchner mit den Abgängen von Alessio Röhr und Linus Eisenring zwei wichtige Stützen verloren haben. Beide Athleten wechselten zum Aufsteiger KTG Bodensee. Bei der KTG Bodensee weisen zwar bislang nur vier Turner Bundesligaerfahrung auf, es ist jedoch davon auszugehen, dass auch der übrige Kader das entsprechende Niveau mitbringt. Das Team vom See gilt daher als echte Wundertüte.
Ein weiterer Neuzugang im Süden ist die TG Allgäu, die 2025 erneut aus der zweiten Bundesliga abstieg. Als Absteiger geht die Mannschaft, die ihre Heimwettkämpfe in Wiggensbach bei Kempten
austrägt, naturgemäß als Favorit ins Rennen. Traditionell treten die Allgäuer wieder mit den Kirmes Brüdern aus Finnland an. Zusätzliche Unterstützung erhalten sie durch Nick Wolfinger an den Ringen und am Reck, der von Karlsruhe Grötzingen hinzustößt, dem Aufsteiger in die zweite Bundesliga.
Die Liga komplettiert die KTV Hohenlohe, die aus der Nordstaffel in die Südstaffel wechselt. Das Team aus Öhringen belegte 2025 Rang vier im Norden und meldet für die neue Saison vier
Nachwuchsturner sowie zwei ausländische Gastturner. Insgesamt stehen damit ein Ungar, ein Schweizer und ein Belgier im Aufgebot. Da pro Gerät stets nur ein Gastturner eingesetzt werden darf
und nicht jeder Athlet an allen Wettkampftagen zur Verfügung steht, greifen Teams häufig auf mehrere Meldungen zurück. Wie leistungsstark die KTV letztlich auftritt, lässt sich vorab kaum kalkulieren, da insbesondere die jungen Nachwuchskräfte schwer einzuschätzen sind.
Auf den amtierenden Vizemeister TG Wangen/Eisenharz wartet somit eine Saison mit enormer Konkurrenzdichte, erschwert dadurch, dass die Westallgäuer derzeit mit einigen Verletzungssorgen zu kämpfen haben. Das ausgegebene Saisonziel lautet dennoch, erneut auf dem Podest zu landen. Angesichts der unberechenbaren Konstellation in der Liga muss sich das Team jedoch auf alle
Szenarien einstellen. In zwei Wochen wird sich zeigen, wie gut die TG gegen die starke Konkurrenz gewappnet ist.