Junges Team zahlt bei Heimauftakt in der Verbandsliga Lehrgeld
Für die TG Wangen-Eisenharz bedeutete der Heimwettkampf gleichzeitig ein Neuanfang: nach der Zusammenlegung der zweiten und dritten Mannschaft steht ein extrem junges Team auf der Fläche. Mit einem Durchschnittsalter von 20 Jahren – neun der 15 Turner sind noch keine 20 – war von Beginn an klar, dass es gegen die routinierten Gäste vor allem um Standortbestimmung und Erfahrung gehen würde, zumal der Heimauftakt personell unter schwierigen Vorzeichen stand.
Mehrere verletzungsbedingte Ausfälle sowie angeschlagene Turner reduzierten die Optionen für Trainer Robert Teiber und Mannschaftsführer Moritz Mittmann zusätzlich.
Als erster Wangener Turner startete Gerald Miller, der sich zwar den in diesem Jahr neu hinzugekommenen „Stick-Bonus“ für einen gestandenen Abgang nicht sichern konnte, jedoch auch keine Gegnerpunkte kassierte. Nach diesem ausgeglichenen ersten Duell setzte sich Heckengäu im zweiten und dritten Vergleich ab. Zwar legte die TG im vierten Duell mit einer stabilen Übung vor, doch die höhere Schwierigkeit der Gäste machte am Ende den Unterschied und das Gerät musste 11:0 abgegeben werden.
Am Pauschenpferd ist eine flüssige Übung ohne Sturz mit Ausführung der vier geforderten Elementgruppen Pflicht. Jakob Teiber erfüllte diese Vorgaben souverän, so dass das erste Duell unentschieden endete. Die beiden folgenden Duelle gingen jedoch aufgrund der höheren Schwierigkeit und Stürzen auf Seiten der Gastgeber erneut an Heckengäu. Im letzten Duell patzte Heckengäu und Leo Mörsch nutzte die Gelegenheit und sicherte sich trotz Sturz mit seinem höheren Ausgangswert die ersten Scorepunkte für Wangen.
An den Ringen eröffnete Heckengäu fulminant mit beeindruckenden Kraftteilen. Stefan Merath konterte stark, glänzte mit einem Kreuzhang und einem Strecksalto mit ganzer Schraube als Abgang – zwei wichtige Punkte für die TG. Gegen Topscorer Nick Ackermann waren die Wangener Turner trotz sauberer Hangwaage vorwärts und rückwärts chancenlos. Youngster Gabor Güthling setzte mit einer soliden Übung ein Zeichen und holte vier Punkte – leider reichte es trotzdem nicht für die ersten Gerätepunkte des Nachmittags.
Am Sprung machte sich bemerkbar, dass aktuell noch keine Schnitzelgrube für das Training zur Verfügung steht. Im direkten Vergleich fehlte dadurch die letzte Sicherheit in der Landung. Dimitrii Ivanov zeigte bei seinem ersten Einsatz dennoch einen starken Auftritt und holte vier weitere Punkte für das junge Team.
Auch am Barren unterliefen den Wangenern zu viele Fehler und das Gerät ging 14:3 an die WTG. So blieb zum Schluss nur noch das Königsgerät, um wichtige Gerätepunkte zu erlangen. Maximilian Moosmann fand jedoch zum Start nicht sauber in seine Übung und verlor drei Punkte. Routinier Stefan Merath erkämpfte sich nach einem unnötigen Zwischenstopp immerhin ein Unentschieden. Gegen Julius Hottmann hatte Dimitrii Ivanov nach einem schweren Patzer keine Chance und kassierte 5 Punkte.
Schlusspunkt setzte der 15-jährige Sebastian Müller, der sich gegen den starken Nick Ackermann stellen musste. Trotz drei Gegenpunkte setzte er ein Achtungszeichen gerade angesichts seines Alters und der starken Konkurrenz.
Trotz der am Ende deutlichen Niederlage von 58:17 bleibt für die TG Wangen-Eisenharz vor allem die Erkenntnis, dass das junge Team konkurrenzfähig auftreten kann – wenn auch noch nicht konstant genug, um gegen eingespielte Topmannschaften zu bestehen.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den jungen Turnern aber nicht: am 7.3.26 steht auswärts der nächste Härtetest beim Turnteam Ostalb I an. Dort wird es erneut darum gehen, Stabilität in die Übungen zu bringen und Stürze zu vermeiden. Bereits eine Woche später, am 14.03.26, kehrt die TG in die Ebnethalle zurück und empfängt den SV Dotternhausen. Spätestens dann will das junge Team vor heimischem Publikum die nächsten Entwicklungsschritte sichtbar machen.