Startschwierigkeiten zum Saisonauftakt: TG Wangen/Eisenharz muss sich in Bühl geschlagen geben

  30.09.2026    Hauptverein
Trotz starker Einzelleistungen reicht es für den Vizemeister nicht zum Auswärtserfolg. Am Tag der Deutschen Einheit soll vor heimischem Publikum der erste Saisonsieg her.

Dass die Auswärtsaufgabe beim TV Bühl kein Spaziergang werden würde, war den Kunstturnern der TG Wangen/Eisenharz bereits im Vorfeld klar. Am Ende behielten die Gastgeber die Oberhand, maßgeblich angetrieben durch ihr britisches Top-Talent George Samuel Atkins, der mit überragenden 25 von 30 möglichen Score-Punkten glänzte, sowie Luc Walterspacher, der von der KTV Straubenhardt zum TV Bühl gestoßen ist. Die Niederlage allein auf die Stärke der gegnerischen Leistungsträger zu schieben, wäre für die Allgäuer jedoch zu einfach. Vor allem am Boden und am Sprung blieb das TG-Team hinter den eigenen Erwartungen zurück und büßte wertvolle Punkte ein.

Der Start in den Wettkampf geriet holprig. Bereits am ersten Gerät, dem Boden, mussten zwei von vier TG-Turnern Stürze in Kauf nehmen. Einzig Julian von Kirn konnte hier Punkte einfahren, sodass die Allgäuer rasch mit 3:12 ins Hintertreffen gerieten. Für ein dickes Ausrufezeichen sorgte Felix Kimmerle, der spontan für Manuel Drechsel einsprang. Trotz Schulterproblemen in der Vorbereitung zeigte er eine sehr saubere Übung.

Am Pauschenpferd setzte Kimmerle seine starke Vorstellung fort und erkämpfte sogleich ein Unentschieden. Während „Pferdeflüsterer“ Moritz Mittmann seine Übung verletzungsbedingt im Schwierigkeitsgrad reduzieren musste, aber gewohnt elegant präsentierte (nur zwei Zähler Abgabe an den Gastturner), überzeugte Pascal Schober mit gewohnter Nervenstärke. Zusammen mit Nico Steinhauser, der ebenfalls fünf Punkte beisteuerte, nutzte die TG die Patzer der Gastgeber konsequent aus und verkürzte den Rückstand am Zittergerät auf 13:14.

An den Ringen unterstrich Nico Steinhauser erneut seinen Ruf als „Lord of the Rings“ der TG und sicherte die einzigen Zähler für sein Team. Während Atkins und Walterspacher ihre Duelle für Bühl entschieden, erkämpfte Hannes Müller mit einer gelungenen Vorstellung ein Unentschieden.

Am Sprung feierte Jakob Hölz ein gelungenes Wettkampf-Comeback. Ein Jahr nach der Geburt seines zweiten Kindes stand er nach einem perfekt ausgeturnten Kasamatsu felsenfest auf der Matte. Damit vertrat er Sprung-Routinier Julian von Kirn nicht nur würdig, sondern erzielte gar die höchste Wertung für die Allgäuer. Auch Manuel von Kirn zeigte bei seinem sauberen Tsukahara eine starke Leistung und gab gegen seinen Duellanten mit höherem Ausgangswert lediglich einen Zähler ab. Dennoch blieb der Sprung die gewohnte Schwachstelle der TG. Vor den letzten beiden Geräten lagen die Gastgeber bereits mit 30:16 in Führung.

An den Finalgeräten bewies die Mannschaft aus Wangen und Eisenharz jedoch Moral und ihr eigentliches Potenzial. Den Barren entschieden die Allgäuer geschlossen für sich, und auch am Reck erkämpfte sich das Team einen weiteren Gerätepunkt. Auf Bühler Seite konnten an beiden Geräten lediglich Atkins und Walterspacher Punkte ergattern.

Trotz der Niederlage und der offenbarten Schwachstellen zeigte sich das Allgäuer Team mit den gezeigten Leistungen und dem Kampfgeist im ersten Wettkampf keineswegs unzufrieden.

Lange Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht, denn es gilt das Motto: Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Bereits am Samstag, den 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit), empfängt der letztjährige Vizemeister die WTG Heckengäu, die ihren Saisonauftakt knapp mit 29:26 gegen die KTG Bodensee gewinnen konnte. Die Allgäuer gehen hochmotiviert in die Trainingswoche, um die Fehler abzustellen – mit dem klaren Ziel, vor heimischem Publikum in der Wangener Ebnethalle den ersten Saisonsieg einzufahren.